Spontanbruch bei ESG-Sicherheitsglas: Was steckt dahinter?

In der Möbel- und Bauindustrie kommt häufig Einscheibensicherheitsglas (ESG) zum Einsatz – ein thermisch vorgespanntes Glas mit hoher Stoß- und Schlagfestigkeit. Trotz seiner Robustheit kann es in seltenen Fällen zu einem sogenannten Spontanbruch kommen. Dabei zerbricht das Glas ohne erkennbare äußere Einwirkung, was zu Unsicherheiten und Reklamationen führen kann.

 

🧪 Ursache: Nickelsulfid-Einschlüsse im Glas

 

Der Hauptgrund für Spontanbrüche liegt in der Glasstruktur selbst. Während der Herstellung können mikroskopisch kleine Nickelsulfid-Einschlüsse (NiS) entstehen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Diese Einschlüsse verändern bei Temperaturschwankungen ihre Struktur – ein Prozess namens Phasenumwandlung. Dabei dehnt sich das Nickelsulfid aus und erzeugt innere Spannungen, die das Glas zum Zerspringen bringen können.

 

🔥 Sicherheitsprüfung nach DIN 18516

 

Um das Risiko eines Spontanbruchs zu minimieren, wird ESG-Glas einer Heißlagerungsprüfung unterzogen. Diese Prüfung reduziert die Wahrscheinlichkeit eines Bruchs auf statistisch nur 0,001 %. Dennoch kann ein Bruch nicht vollständig ausgeschlossen werden.

 

⚖️ Produkthaftung bei Glasbruch

 

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Spontanbruch, greift das Produkthaftungsgesetz. In solchen Fällen wird der Schaden als Einzelfall gewertet, da die Ursache technisch nicht vollständig vermeidbar ist.

 

✅ Empfehlung: Normgerechtes Sicherheitsglas wählen

 

 

Für maximale Sicherheit sollte ESG-Glas verwendet werden, das der Europäischen Norm EN 12150-1:2000 entspricht. Dieses Glas ist unter normalen Bedingungen nicht zerstörbar. Schäden entstehen meist durch unsachgemäßen Gebrauch, etwa durch Verkanten oder starke mechanische Einwirkung.

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