Fragen und Antworten Teil 1

 

Wie unterschiedlich groß dürfen Nahtverläufe bei Wohnlandschaften sein?

Nahtverschiebungen können modellbedingt bzw. technisch bedingt sein, denn bei verstell- oder klappbaren Funktionselementen kann man keine gerade, einheitliche  Nahtführung erwarten .Auch leichte Maßveränderungen durch die Dicke der unterschiedlichen Bezugsmaterialien sind unumgänglich. Weiterhin spielen die Größe der Sitzflächen, dass Gewicht bzw. der Körperdruck des jeweiligen Benutzers, die Benutzungsdauer und die Ausdehnung der Wärme eine wesentliche Rolle für die Beeinflussung der Nahtverläufe.

 

Info von moebelschlau: Es ist in früheren Rechtsstreitigkeiten sowie in beschriebenen Gutachten gerichtsbekannt und überdies allgemein bekannt, dass mit Stoff überzogene Polsterungen von maschinell als Serienware hergestellte Sofas in einem vergleichsweise niedrigen Preissegment bzw. der unteren Preisklasse (Polstergarnituren unter 2.500 Euro) keinen Sachmangel aufweisen, wenn die Nähte an einzelnen Stellen leicht schief oder unregelmäßig verlaufen, der Stoff oberhalb und unterhalb der Nähte leichte – auch unterschiedliche stark ausgeprägte – Wellenbildungen aufweisen und die Polster leicht gewölbt und hochstehend erscheinen.

 

 

 

Sie sehen auf dem Foto eine Wohnlandschaft mit einer leichten Verschiebung der Naht.

 

Laut den Richtlinien sind Toleranzwerte im Nahtverlauf von +/- 10 mm statthaft.

 

Inwieweit darf die Fugenbreite bei Fronten abweichen ?

 

Hierbei kommt es darauf an, ob die Abweichungen der Fugenbreite als erheblich einzustufen sind Im fachgerechten Montagezustand sind alle Fronten auf die zulässige Toleranz der DIN 68890 Konstruktionsfugen einzujustieren, um die Funktion, Gebrauchstauglichkeit und Lebensdauer unter Berücksichtigung der modell- und materialbedingten Beschaffenheiten dauerhaft zu gewährleisten. Beim Montieren und Ausrichten der Möbelfronten ist auf ein gleichmäßiges Fugenbild zu achten. Betrachtet man die Richtlinien der Deutschen Möbelgütesicherung - unter diesem Aspekt die RAL-GZ-430/1B -, dann dürfen die Abweichungen der Fugenstärke nicht mehr als 25% der gewollten Fugenbreite betragen, höchstens bis 2 mm abweichen.

 

Anmerkung : Nach der Montage und nach der Justierung der Möbelfronten, besteht grundsätzlich die Eventualität, dass sich die Fugen durch die Beladung und Ingebrauchnahme aufgrund der Belastung verändern. Daher ist es normal, dass Türen und Schubkästen nach einem gewissen Zeitraum der Nutzung nachjustiert werden müssen. Dies fällt in dem Verantwortungsbereich des Kunden.

 

 

Warum hat die Holzfläche nicht überall die gleiche Farbe?

 

Es passiert immer wieder, dass Kunden Holzware kaufen und sich von der Natürlichkeit und Schönheit beeindrucken lassen; zu Hause aber Ansprüche an das Holz stellen, als hätten sie Kunststoff oder Metall gekauft.

 

Jeder Baum hat einen ganz individuellen Wuchs und somit eine ihm eigene Maserung des Holzes, hier sind aus Gründen der Natur Farbunterschiede unumgänglich. Zusätzlich kann auch noch der Säuregehalt durch äußere Umwelteinflüsse variieren. So ist es durchaus natürlich, dass selbst bei gleicher chemischer Lackzusammensetzung stellenweise die Lacke unterschiedlich aufgenommen werden und somit Farbdifferenzen entstehen können. Auch kann es zu Farbdifferenzen kommen, wenn das Licht auf die jeweiligen Oberflächenteile in unterschiedlichen Winkeln auftrifft. Dies hat zur Folge, dass die Oberflächen die Farben unterschiedlich reflektieren.

 

Möbel aus Holz sind Naturprodukte und charakteristisch für den naturgewachsenen Werkstoff sind u.a. Farb- und Strukturunterschiede, Verwachsungen, Unregelmäßigkeiten, Druckstellen, Haar- und Kreuzrisse, Harzgallen Spannungen und Äste ( es kann z.B. keinen Baum ohne Äste geben). Diese Echtheitsmerkmale geben jedem Holzmöbel ihren eigenen Charakter und betonen die natürliche Schönheit des Naturstoffes.

 

 

Dürfen die Einlegeböden einer Küche im unbeladenen Zustand bereits durchbiegen?

Ein Durchbiegen der Böden lässt sich bei starker Belastung aufgrund der Gravitation nicht vermeiden. Laut der DIN 68874 – Teil 1 darf ein Boden bis zu 1% seiner Breite in einem unbeladenen Zustand durchhängen.

 

Darf farblich anderes Garn an der bestellten Garnitur verarbeitet werden als bei der

 

Garnitur in der Ausstellung?

Die Ware bzw. die Garnitur muss prinzipiell die Qualität liefern, wie sie dem Warenausfall in der Ausstellung entspricht. Ausnahmen gelten wenn der Hersteller technische Verbesserungen vornimmt.

 

Bei Ziernähten kommt es vor, dass ein farblich anderes Garn verwendet wird. Dies sind aber design - technische Besonderheiten und sollen einen Kontrast gegenüber den anderen Garnen herstellen. Aber grundsätzlich gilt : Wenn bei der Ausstellungsgarnitur ein schwarzes Garn verwendet wurde, dann muss dieses schwarze Garn auch bei der bestellten Ware vorhanden sein.

 

Was ist eine Furniererhebung ?

Sozusagen ein Verleimungsfehler bei Furnieren. Befindet sich zu viel Furnierleim unter der Oberfläche, kommt es zu einem Leimdurchschlag. Das bedeutet, dass der Leim austritt und sichtbar wird. Würde sich das Furnier erheben bzw. lösen, weil zu wenig Furnierleim verwendet wurde und beispielsweise Feuchtigkeit in die Tischplatte eindringt, dann würde sich Luft unter der Oberfläche bilden, sodass sich das Furnier runterdrücken ließe. Auch in diesem Fall spricht man von einem Verleimungsfehler.

 

Kratzer bei Möbel mit Chromflächen werden öfters bemängelt. Stellen diese Kratzer

 

einen Sachmangel dar?

Diese Frage lässt sich nicht grundsätzlich beantworten, sondern ist von Fall zu Fall spezifisch zu beurteilen. Zuerst muss unterschieden werden, ob es sich definitiv um Kratzer handelt oder um Walz- und Ziehspuren, die bei der Fertigung nicht 100% ausgeschlossen werden können. 

 

Eine weitere Frage die beantwortet werden müsste : Ist die galvanische Oberfläche beschädigt oder liegt der Kratzer unterhalb der Chromschicht? Auch die Frage, ob sich der Kratzer im Sicht oder Nichtsichtbereich (z.B. hinter einer geschlossenen Türfront) befindet, müsste geklärt werden. Eine weitere klärende Frage lautet: Hat das Chrommaterial vorwiegend konstruktive Aufgaben oder eher einen optischen Hintergrund? Erst wenn diese Fragen analysiert sind, kann eine objektive Bewertung erfolgen!

Dürfen die Kabel auf dem Küchenschrank sichtbar und lose sein?

Bei Einbauküchen dürfen die Kabel für die Anschlüsse der Geräte und Beleuchtungen lose auf den Oberschränken verlegt werden. Ein Zugang durch die lose Verlegung zu den Steckern für Reinigungszwecke sowie zur Kontrolle (Wartung) ist bei dieser Art der Verlegung gegeben. Diese Kabel (Stecker) und Bauteile (Transformatoren) werden üblicher Weise bis an die hintere Wand platziert, so dass sie sich bestmöglichst im nicht sichtbaren Bereich befinden.

 

Selbst wenn aus verschiedenen und besonderen Blickrichtungen die Verkabelungen oder die Bauelemente gesehen werden, stellt dies kein Mangel dar.

 

Tipp: Damit die Kabel und die Bauteile nicht sichtbar sind, könnte folgende Maßnahme getroffen werden: Ein zusätzlichen Kranzprofil könnte eingebaut werden, dass nicht nur vor Verschmutzungen schützt, sondern auch einen höherwertigen optischen Eindruck hinterlässt. Weitere Möglichkeiten wären noch : ein Doppelboden, Kabelkanäle in der Korpen oder eine Kabelverlegung in den Wänden, um sie Sichtbarkeit zu verhindern.

 

Kann es innerhalb einer Polstergarnitur zu unterschiedlichen Sitzhärtegraden

 

kommen?

Ja, z.B. bei Polstergarnituren mit unterschiedlichen geometrischen Formen, wie z.B. einer Ottoman, kann es zu verschiedenen konstruktionsbedingten Sitzhärtegraden kommen, da hier andere Polsterungen eingesetzt werden. Das kann auch dazu führen, dass bei einem Eckteil einer Polstergarnitur die Wölbung anders ist, als die der anderen Sitze. Auch können unterschiedliche Unterfederungen eingebaut sein.

Existieren für handgefertigte Teppiche geregelte Maßabweichungen?

Die Handfertigung (also per Hand und nicht maschinell gefertigt) bei Teppichen kann bei bestimmten Abweichungen in den Längen- und Breitenmaßen etwas variieren. Bei handgefertigten Teppichen gibt es weder eine entsprechende  DIN – Norm noch eine Richtlinie der Deutschen Möbelgütesicherung, welche die Maßabweichungen exakt bestimmt. Ein Mangel im Sinne des § 434 BGB liegt dann vor, wenn die Ist – Beschaffenheit von der Soll – Beschaffenheit negativ abweicht.

 

Um dennoch eine zumutbare Toleranzgrenze zu finden, werden laut Sachverständigenrates beim BVDM (Bundesverband des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandel e.V.) handelsüblich +/- 5% berücksichtigt. Das bedeutet, dass z.B. bei einer vertraglichen Teppichlänge von 450 cm und einer Teppichbreite von 250 cm eine Toleranz von 22,5 cm bzw. 12,5 cm erfolgen darf.

 

Was können leichte dunkle „Streifen“ in einem Teppich sein?

 

Leichte dunkle „Streifen“ können Abweichungen eines Färbungsprozesses sein. Kleine Mengen Garn für den Flor werden am Strang per Hand vor der Herstellung gefärbt. Jedes gefärbte Los der Wolle wird per Hand in den Teppich geknüpft. Hierdurch entstehen Farbvariationen im Teppichflor. Diese typischen Merkmale bilden keinen Reklamationsgrund, sondern unterstreicht die Echtheitszeichen des Teppichs.

 

 

Wie ist in der Regel eine Hochglanz - Küchenfront verarbeitet?

 

Der Basisträger ist eine 19 mm starke Spanplatte (Fertigung nach DIN 312) in direkt beschichteter Form (Melamin). Die Vorderseite ist mit einem UV – härtenden Polyacryllack versehen. Die Kanten werden mit einer 1,5 mm starken PP Kante (glänzend) versehen. Eine PP-Kante bietet ein Höchstmaß an Stabilität zum Schutz der Arbeitsplatten - Vorderkante, durch die minimale Dicke bzw. Stärke von 1,5 mm wird somit eine kantige Optik ermöglicht. Die Kanten und Ecken werden mit einem Radius von R= 1,5 mm abgerundet.

 

Können Spanplatten auch als Massivholz betitelt werden?

 

Generell darf man behaupten, dass sowohl Spanplatten als auch Sperrholz nicht den Bestimmungen der Massivholz - Beurteilung unterliegen. Diese Art von Holzplatten entsprechen in der Stärke nicht mehr der naturbelassenen Struktur von Vollholz. Anderes sieht es eventuell bei Furnierplatten aus, die eine mindestens 3,5 Millimeter große Furnierstärke bei einer symmetrischen Beschaffenheit vorweisen können. Dies hätte eine gewisse Legitimation, um zumindest als Teilmassiv bezeichnet zu werden.

 

Stellen knackende Geräusche bei einer Polstergarnitur mit Funktionselementen einen

 

berechtigten Mangel dar?

 

Diese Art von Reklamationen einzuschätzen bzw. zu beurteilen ist natürlich sehr schwierig, ohne sich einen persönlichen Eindruck der Ware verschafft zu haben. Grundsätzlich sind leichte mechanische Geräusche durch Materialschwingungen nicht zu vermeiden und können als konstruktionsbedingt eingestuft werden. Ausschlaggebend für einen berechtigten Sachmangel ist die Intensität der funktionellen Beeinträchtigung der Ware.

 

Letztendlich wird die Beurteilung darauf hinzielen, ob eine erhebliche Einschränkung der Tauglichkeit vorhanden ist. Läuft zum Beispiel das Funktionselement auf einer Schiene, muss der Führungsbolzen locker und mit etwas „Spiel“ in der Nut sitzen, weil sonst das Funktionselement nicht oder nur schwer zu bewegen wäre. Leichte Geräusche aufgrund der Beweglichkeit wären in diesem Fall konstruktionsbedingt und nicht vermeidbar.

 

Ist das Herstellungsland von Möbeln relevant?

 

Das Herstellungsland bzw. das Herkunftsland stellt keine Erklärung über wertbildende Merkmale dar, da eben das Produktionsland keinen Einfluss auf die Qualität, die Funktionalität und die Optik des Möbelstückes hat. Selbst eine falsche Angabe des Herkunftslandes wäre gemäß § 323 Abs. 5 BGB nur eine unerhebliche Pflichtverletzung und ist auch nicht als Sachmangel gemäß § 434 Abs. 1 Nr. 2 BGB zu bewerten.

 

 

Reicht hinsichtlich der Luftfeuchtigkeit in einem Raum eine Einmalmessung mit einem

 

entsprechenden Messgerät aus?

 

Diese Messung wäre lediglich eine Momentaufnahme und würde schwerlich Rückschlüsse auf die üblichen raumklimatischen Bedingungen zulassen. Um eine aussagefähige Urteilsanalyse zu ermitteln, müsste eine Luftfeuchtigkeitsmessung über einen längeren Zeitraum mit Hilfe eines Datenloggers erfolgen. Auch die Jahreszeit müsste bei der Analyse berücksichtigt werden.

Die Front, Korpus und der Rahmen meiner Anbauwand haben leichte

 

Farbunterschiede. Darf das sein?

 

Leichte Farbunterschiede dürfen nach den Richtlinien der Qualitätssicherung vorhanden sein. Diese leichten „Verfärbungen“ können aufgrund unterschiedlicher Trägermaterialien entstehen. Zum Beispiel : Korpus besteht aus Spanplatte und der Passepartoutrahmen aus MDF. Wenn solche Konstellationen vorkommen sind leichte Farbunterschiede immer vorhanden.

 

Welcher Stoff ist am ehesten für einen Katzenhaushalt geeignet?

 

Grundsätzlich hält kein Stoff bei starker Beanspruchung der Katzenkrallen auf Dauer stand. Richtungsweisend könnte dennoch das zukunftsorientierte Bezugsmaterial Q2 view sein, welches einer guten Gewebekonstruktion nachgesagt wird. Bei diesem Stoff handelt es sich um ein elegantes Chenille – Flachgewebe. Er ist waschbar, pflegeleicht und durch seine hohe Scheuerbeständigkeit sogar Outdoor geeignet. Selbst den EUFAC Zigarettentest, bestand der neuartige Bezugsstoff ohne Probleme.

Was versteht man bei Matratzen unter einer progressiven Federung?

 

Je höher die Belastung der Federn durch den auf der Matratze schlafenden, desto stärker ist der Widerstand der Federn. Es zeigt sich somit bei geringerer Belastung ein weicher, bei stärkerer Belastung ein härterer Federungseffekt.

Wer oder was ist Musterring?

 

Bei der Firma Musterring, genauer gesagt : Musterring International Josef Höner GmbH & Co. KG handelt es sich um einen s.g. Modellverband, nicht um einen Möbelhersteller. Möbelhersteller aus unterschiedlichen Waren- und Sortimentsgruppen fertigen im Auftrag Exklusivmodelle für die Firma Musterring. Diese Möbel werden von Musterring unter einem eigenen Label vertrieben. Das Möbelstück trägt dann das Signet / Logo von Musterring. Die spezielle Musterring -Serie

Kann durch die Nutzung einer Ledercouch das Leder gedehnt werden?

 

Leder ist wie der Werkstoff Holz ein Naturprodukt und „arbeitet entsprechend. Die Tier – bzw. die Rinderhaut bleibt nach dem Verarbeitungsprozess atmungsaktiv und feuchtigkeitsdurchlässig. Durch die im Gebrauch entstehende Körperwärme und Körperfeuchtigkeit wird gezwungenermaßen das Leder gedehnt.

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