Spezifische Küchenreklamationen Teil 3

Die Nachberechnung beim Küchenverkauf

 

Immer wieder ärgerlich für den Kunden, aber von der logischen Betrachtungsweise eine normale Verfahrensweise. Nehmen wir an der Küchenverkäufer plant beim ersten Beratungsgespräch eine Standard - Arbeitsplattentiefe von 60 cm und eine Länge von zum Beispiel 200 cm. Als nächstes meldet sich der Aufmaßtechniker bei Ihnen, um das genaue Aufmaß zu nehmen. Der Aufmaßtechniker stellt bei Ihnen im Küchenraum fest, dass die Wände nicht im rechten Winkel zu einander laufen, sondern außer Lot verlaufen.

 

Der Techniker vermerkt diese Abweichung im Aufmaßprotokoll, welches Ihnen vorgelegt wird. Dieses Aufmaßprotokoll bekommt anschließend der Küchenverkäufer um die Küche 100 prozentig planen zu können bzw. hier Problemstellung erkennt, welche mit Ihnen nochmals besprochen werden müssen. Im unseren Fall erkennt der Verkäufer, dass Ihr Küchenraum aus dem „rechten Winkel“ läuft. Das heißt, der Küchenverkäufer muss jetzt eine Lösung finden, damit die Küchenarbeitsplatten, in dem nicht winkligen Küchenraum hinein passen.

 

Wahrscheinlich ist es die einzige Möglichkeit, die Küchenarbeitsplatten in einer Übertiefe zum Beispiel in 80 cm zu bestellen, um bei der Montage der Küche die Arbeitsplatten exakt der schiefen Wänden anzupassen. Das Möbelhaus kann natürlich nicht in der Verantwortung gezogen werden, wenn die örtlichen Begebenheiten des Kunden derart abweichen, dass eine „normale“ Küchenmontage nicht erfolgen kann. In diesem Fall ist der Möbelkunde verpflichtet die Sonderarbeiten finanziell zu tragen. Das heißt, die Kosten der Küchenarbeitsplatte und die daraus entstehenden Mehrkosten für die Küchenmontage.

 

Quellschäden bei preisgünstigen Frontelementen

 

Die auf den Fotos gezeigten Frontelemente bestehen aus einer kunststoffbeschichteten Spanplatte, die an den Schmalflächen (Kanten) mit einer plastomeren, ca. 1 mm dicken Kunststoffkante beschichtet sind (Einfache, preisgünstigste Front).

 

Wenn die Verklebung dieser Kante nicht mit einem feucht festen Klebstoff durchgeführt wird und nicht völlig dicht angefahren wird, kann dann in die bestehenden Fugenkapillaren Feuchtigkeit einwandern und den Spanplattenkern unter der Kunststoffbeschichtung aufquellen lassen. Die Aufquellung wird mit der Zeit immer größer.

 

In unserem Beispiel sind die Fronten der Küchenmöbel regelmäßig feucht gewischt worden.. Der Schwerkraft folgend, konzentriert sich die Feuchtigkeit am unteren Rand oder an der Unterkante der Frontelemente. Wenn dieser Bereich nicht immer trocken abgewischt wird, kann Feuchtigkeit in die Klebstofffuge eindringen und die Spanplatte quillt in der Dicke auf. Dies läuft aber nur dann so ab, wenn die Klebstofffuge Kapilliaren enthält und/oder nicht genügend feuchtfest ist.

 

Bei Küchenfronten mit höherer Qualität werden die Kunststoffkanten mit duromeren Klebstoffen (Aminoplaste, Polyurethan) angefahren, die bei richtiger Verwendung feuchtfest sind.

 

Im vorliegenden Fall wurde ein plastomerer Schmelzkleber (EVA) eingesetzt, der zwar preisgünstig, aber weniger wärme- und feuchtfest ist. Dieser Schmelzkleber ist bei einfachen Küchenmöbeln üblich.

 

Die fachgerechte Verkabelung auf den Küchenschränken

 

Bei der Einbauküche handelt es sich um eine einfache Küchenzeile (ohne Winkel oder freistehende Elemente) mit Ober – und Unterschränken. Die Korpusse sind aus der Spanplatte mit Kunststoffbeschichtungen. Die Innenseite ist weiß, die Außenseite besteht aus Dekor Rotbuche Nachbildung. Die Arbeitsplatte ist aus einem Naturstein. Es handelt sich um industriell gefertigte Küchenschränke und Fronten.

 

Ist die Verkabelung für die Arbeitsplattenbeleuchtung sach- und fachgerecht durchgeführt worden? Sind die Kabel von außen sichtbar? Wenn ja, hätte dies nur durch den Einbau eines Kranzprofils verhindert werden können?

 

Die Verkabelung ist hier sach- und fachgerecht durchgeführt worden. Die für die Arbeitsplattenbeleuchtung nötige Verkabelung liegt lose auf den Oberschränken. Zusätzlich liegen noch weitere Elemente wie:

 

 

  • Verkabelung für die Innenbeleuchtung der Oberschränken

  • Ein Doppelstecker für den Stromanschluss des Mikrowellengerätes

  • Transformatoren für die Innenbeleuchtung und Arbeitsplattenbeleuchtung

 

Hier hilft ein Kranzprofil um die Verkabelung nicht zu sehen
Lose Verkabelung auf Schränken entspricht dem Regelwerk

Es ist bei Einbauküchen üblich, dass die Kabel für die Anschlüsse der Geräte und Beleuchtungen lose auf den Oberschränken verlegt werden.

 

Ein Zugang zu den Steckern für Reinigungszwecke sowie zur Kontrolle (Wartung) ist somit gegeben.

 

Diese Kabel und Bauteile (Stecker, Transformatoren) werden dann üblicherweise nach hinten an die Wand geschoben und können dann weitestgehend nicht mehr gesehen werden. Unter Umständen können aber immer noch Teile von diesen Verkabelungen und Bauteilen gesehen werden, z.B. Aus besonderen Blickrichtungen. Dieses ist üblich und stellt keinen Mangel dar. Teile der hier verlegten Kabel sind aus einer Entfernung von mehr als 2 Meter von der Küche im Stehen für einen normal großen Menschen sichtbar. Dieses stellt keinen Mangel dar.

 

Durch den Einbau eines Kranzprofils hätte verhindert werden können, dass die Kabel von außen sichtbar sind. Diese zusätzlichen Kranzprofile werden eingebaut um den Raum über den Oberschränken sichtbar zu verschließen und diesen Raum auch vor Verschmutzungen zu schützen (Rauchschwaden in der Küche, Kochdünste). In der Regel dienen diese Kranzprofile aber auch dazu, einen höherwertigeren optischen Eindruck zu erzielen.

 

Das die Kabel sichtbar sind, hätte aber nicht nur durch den Einbau eines Kranzprofils verhindert werden können.

 

Tipp: Es stehen weitere Möglichkeiten zur Verfügung wie z.B.

 

  • Doppelboden

  • Kabelkanäle in der Korpussen

  • Kabelverlegung in den Wänden

Hier wird die Spaltbildung zwischen Hochschrank und Nischenverkleidung beanstandet

Aus technischen und konstruktiven Bedingungen können Verkleidungen bzw. Verblendungen nicht immer einem einheitlichen Spaltmaß entsprechen, hier sind unterschiedliche Maßeinheiten zwingend notwendig, um die einwandfrei Montage einer industriell gefertigten Küche zu gewährleisten.

 

Weiterhin mussten unsere Monteure durch die baulichen Gegebenheiten (Abweichungen bzw. keine Winkligkeit der Wand, nicht im Lot) Maßdifferenzen ausgleichen und Anpassungsarbeiten vornehmen.

 

Die Spaltbildung kann nicht verhindert werden
Spaltbildung zwischen Nischenverkleidung und Hochschränken
Die Spaltbildung ist nicht störend
Die Spaltbildung ist kaum erkannbar

Bei einer Spaltbildung zwischen Hochschrank und Nischenverkleidung gibt es weder in den Richtlinien der Deutschen Möbelgütesicherung RAL-GZ-430, der DIN EN 1116 (Koordinierungsmaße für Küchenmöbel) oder der DIN EN 14749 (Technische Anforderungen und Prüfverfahren von Küchenmöbel) eine rechtsverbindliche Vorschrift, die den Abstand bzw. das Spaltmaß in einem festgelegten Maß vorschreibt.

 

Eigentlich wird sogar ein größeres Spaltmaß empfohlen, denn hierdurch ist eine größere Luftzirkulation gegeben.

 

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