Gerichtsurteile aus dem Bereich der Polstermöbel Teil 1

Inhalt: Das Ledermuster weicht ab.

 

Darf die Farbe der Ledergarnitur vom Ledermuster aus der Verkaufskladde des Händler abweichen?

 

Zunächst muss man festhalten, dass Leder ein Naturprodukt ist. Die kleine Lederprobe in der Mappe des Händler dient als Orientierungspunkt. Es sollte allgemein verständlich sein, dass die Lederprobe von einem anderen Tier (Rind) stammt als das für den Kunden gefertigte Ledersofa. Die Färbung, die Narbung, der Griff, die Geschmeidigkeit und die Struktur kann vom Musterstück unwesentlich abweichen, da dies individuelle Eigenschaften sind und keine Fehlerhaftigkeit der Ware darstellen. Auch die DIN 68 871 lässt branchenübliche Toleranzen bzw. Abweichungen zu.

 

Fazit : Sofern die Abweichungen im handelsüblichen Bereich liegen bzw. als geringfügig zu beurteilen sind, sind sie als unerheblich einzustufen.

 

Info von moebelschlau : Auch Stoffmuster in der Ausstellung des Möbelhändlers sind nur Richtwerte, wie der Stoff ausfallen kann. Aufgrund unterschiedlicher Stoffchargen und Stofflieferanten gleicht kein Bezugsstoff zu 100% einem anderen. Bedenken Sie auch, dass in den meisten Fällen die Ausstellungswaren unter künstlichem Licht angeboten und besichtigt werden können. Der subjektive Eindruck bei Tageslicht könnte anders wirken.

 

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Inhalt: Abnutzungserscheinungen einer Ledergarnitur (Körperfett)

 

Ungleichmäßige Abnutzungserscheinungen einer Ledergarnitur. Wie kann das passieren?

 

In diesem Fall hat das Sachverständigen Gutachten ergeben, dass die Abnutzungserscheinungen nicht durch die Veränderung oder Nachlassen der Farbe oder durch eine falsche Färbung verursacht wurde. Die Ursache lag in der Absonderung von übermäßigen Körperfett und Hautschweiß, die durch starkes Schwitzen verursacht wurde.

 

Info von moebelschlau : Leder, dass übermäßigem Körperfett und Hautschweiß - evtl. noch in Verbindung mit Medikamenten einnahmen - ausgesetzt ist, kann bei noch so gutem Gerbungsprozess oder einer perfekten Oberflächenzurichtung Beschädigungen dieser Art  in der Oberfläche nicht standhalten. Es ist möglich mittels eines Säure – Basen – Universalindikatorpapiers zu prüfen, ob vermehrt Ablagerungen von Körperfett und Hautschweiß auf dem Leder vorhanden sind.

 

Prüflabore sind in der Lage die Ursachen für Beschädigungen am Leders herauszufinden.

 

Geprüft werden kann :

 

  •  Die Haftfestigkeit der Zurichtung nach DIN 53357-A.
  •  Die Dauerbiegebeständigkeit nach DIN 53351.
  •  Die Reibechtheit (trocken, nass, Schweiß und gegenüber haushaltsüblichen Reinigungsmitteln) nach DIN EN  ISO 11640.
  •  Die Speichelechtheit nach DIN 53160.
  •  Die Lichtechtheit nach EN ISO 105 B02.

 

Für die Prüfung müsste allerdings eine Querschnittsanalyse erfolgen mit einer Originalprobe des Bezugsstoffes in der Größe DIN A4.

 

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Inhalt: Farbveränderungen einer Ledergarnitur

 

Eine Ledergarnitur weist nach etwa 3 Jahren des Gebrauches Farbveränderungen auf. Ist diese Erscheinung ein Materialfehler?

 

Nach dem Urteil handelt es sich um keinen Sachmangel im Sinne des § 434 BGB. Auch die vom Hersteller zusätzlich ausgesprochene freiwillige Garantieerklärung auf Haltbarkeit, Weiterreißkraft, Reibechtheit und Dauerverhalten innerhalb von fünf Jahren unterliegen nicht den Farbveränderungen. Somit ist eine Garantiehaftung seitens des Herstellers ausgeschlossen. Soweit bezüglich bestimmter Eigenschaften keine Vereinbarung besteht, eignen sich Möbelstücke für die gewöhnliche Verwendung und weisen eine Beschaffenheit auf, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Kunde nach der Art der Möbelstücke erwarten darf und kann, § 434 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BGB.

 

Info von moebelschlau : Grundsätzlich und in der Regel kann man davon ausgehen, dass Farbveränderungen bei einer Ledergarnitur die nachträglich nach Monaten oder sogar Jahren entstehen, nicht von einem Materialfehler hervorgerufen werden, sondern eher der Abrieb von z.B. Kleidungsstücken ist. Nach unserer Erfahrung, sind mal Farbdifferenzen aufgrund der Zurichtung aufgetreten. Einfach ausgedrückt umfasst die Zurichtung des Leders, den Oberflächenaufbau des Leders, also unterschiedliche Farb- oder Lackschichten.

 

Die Zurichtung wird folgendermaßen aufgebracht : Das Leder wird gespannt und dann werden mehrere Spritzpistolen um das Leder geführt und damit wird die Zurichtung auf das Leder aufgebracht. Wenn bei diesem Arbeitsvorgang nicht fachgerecht gearbeitet wird, können Farbdifferenzen entstehen. Allerdings würden diese Farbveränderungen sofort bei Anlieferung (also bei Gefahrübergang) auffallen und nicht Monate oder sogar Jahre später auftreten. Entscheidend ist hier, ob sich die Farbveränderung in der Zurichtung oder auf der Zurichtung befindet.

 

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Inhalt: Begriff Pillingbildung

 

Stellen kleine knötchenförmige Stoffpartikel auf einer mit Stoff bezogenen Garnitur einen Mangel dar?

 

Kleine knötchenförmige Stoffpartikel fallen unter dem Begriff Pillingbildung und treten als Erscheinung an vielen handelsübliche Textilien auf. Die feinen Härchen vom Bezugsstoff vermischen und verknoten sich beispielsweise mit den Fremdfasern der Kleidungsstücke oder anderen Textilien. Die daraus entstehenden „Knubbel“ nennt man Pills. Die Klage des Kunden wurde als unerhebliche Beeinträchtigung zurückgewiesen.

 

Info von moebelschlau: Mit einen sogenannten Fusselgerät, ähnlich einem Rasierapparat der im Handel zu erwerben ist, kann man die Pills vorsichtig entfernen. Jedoch sollte diese Prozedur nicht allzu häufig durchgeführt werden. Ca. 2-3 mal sollte ausreichend sein.

 

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Inhalt: Naturmerkmale einer Lederhaut

 

Sind  Hautunregelmäßigkeiten einer Ledergarnitur zulässig?

 

Kleine Hautunregelmäßigkeiten die zu den Naturmerkmalen einer Lederhaut gehören sind nicht zu beanstanden. Hautunregelmäßigkeiten stellen die Echtheit eines Naturproduktes dar. Auch ist der Händler nicht verpflichtet auf eventuelle Naturmerkmale hinzuweisen. Auch dann nicht, wenn die ausgestellte Garnitur nicht die Naturmerkmale aufweist, wie eine bestellte und später gelieferte Garnitur.

 

Info von moebelschlau: Generell ist aber der Wert der Ledergarnitur und die Stelle wo sich das Naturmerkmal befindet zu berücksichtigen. Eine Narbe die sich direkt auf der Sitzfläche einer hochwertigen Ledergarnitur befindet ist nicht zulässig.

 

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Inhalt: Abfärben einer Ledergarnitur

 

Darf eine Ledergarnitur abfärben?

 

Wenn der Wert der Tauglichkeit zum gewöhnlichen Gebrauch erheblich beeinträchtigt ist, liegt ein Mangel im Rechtssinne vor. Wird das Abriebverhalten bzw. die Reibechtheit des Leders nach den Prüfbestimmungen als mangelhaft beurteilt, dann geht man von einer erheblichen Beeinträchtigung aus. Sofern zuvor Nachbesserungsversuche gescheitert sind, stellt eine weitere Nachbesserung eine Unzumutbarkeit für den Kunden dar. Das heißt, ein Rücktrittsrecht für den Kunden ist statthaft.

 

Info von moebelschlau: Bedenken Sie, dass die bisherige Nutzung der Garnitur als zugeflossene Vorteile angesehen und mit dem Rücktritt verrechnet werden könnten. Nicht nur der technische- sondern auch der optische Verschleiß der Garnitur könnte für einen Rechnungsabzug eine Rolle spielen.

 

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Inhalt: Der Sitzspiegel

 

Ist ein Sitzspiegel und das daraus resultierende Changieren bei einem Velourstoff materialbedingt und warentypisch?

 

Die aufrechtstehenden Fasern des Velourstoffes, können sich durch die Inanspruchnahme der Stoffoberfläche und aufgrund des Lichteinfalls verändern. Die hieraus unterschiedlichen Farbschattierungen sind als normal zu betrachten und entsprechen dem Wesen des Velours. Der Sitzspiegel fällt auch unter dem Begriff : Gebrauchslüster. Velourtypische Erscheinungen stellen keine Defizite einer Polstergarnitur dar, sondern sind materialbedingt und warentypisch.

 

Info von moebelschlau: Es gibt bereits einige Gerichtsurteile, dass ein entstehender Sitzspiegel definitiv kein Mangel darstellt. Es ist allgemein bekannt, dass bei längerem Sitzen der Flor des Velours durch die Auswirkungen von Körperwärme und Körperfeuchtigkeit die Position verändert. Es erweckt für den ein oder anderen der Eindruck : Das Sofa ist gebraucht und erste Verschleißerscheinungen entstehen. Also empfindungsgemäß eine optisch nachteilige Eigenschaft. Lediglich entspricht es aber nur dem Wesen eines Velourstoffes und ist nicht zu beanstanden.

 

Kenner schätzen die Ware und sollten mehr Wert auf die Vorteile legen: Große Strapazierfähigkeit, hohe Formstabilität und eine lange Lebensdauer.

 

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Inhalt: Keine Farbveränderungen, sondern Sitzspiegel

 

Der Möbelkunde reklamiert wesentliche Verfärbungen seines 3-sitzigen Sofas. Das Gericht kam zu dem Ergebnis : Der Stoff changiert nach Lichteinfall und Lage der Stoffoberfläche. Das Changieren, auch unter dem Begriff Gebrauchslüster bekannt, ist als Farbänderung sichtbar. Dies ist normal und hat keinen Einfluss auf die Qualität der Stoffe.

 

Info von moebelschlau: Das Changieren ist eines der meist beanstandeten Punkte einer Polstergarnitur. Um eine 100% tige Antwort zu bekommen, ob der Stoff dem Regelwerk entspricht, sokann dies nur durch die Prüfung der Scheuerfestigkeit des Stoffes nach DIN 61010 / 98 (Möbelstoffe, Anforderungen, Prüfungen) sichergestellt werden, indem aus den schwächsten Musterpartien der Polstergarnitur einige Prüfmuster ausgestanzt werden und auf die Scheuerbeanspruchung getestet werden.

 

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Inhalt: Sitzspiegel und Gebrauchslüster  

 

Bereits nach einem Vierteljahr haben sich erste Verschleißerscheinungen gezeigt. Die Sitzelemente sind stark abgenutzt und weisen sogenannte Sitzspiegel oder Gebrauchslüster auf. Der Stoff ist an vielen Stellen übermäßig stark abgerieben und auch dünner, als das seinerzeit übersandte Musterstück.

 

Fazit: Aussage Gutachter: Derartige velourstypische Erscheinungen legen demnach keine Defizite der Strapazierfähigkeit bzw. Formstabilität dar, sondern gehen mit dem Material regelmäßig einher. Es handelt sich nicht um Abreibungen bzw. Abnutzungen.

 

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Inhalt: Farbliche Veränderungen

 

Der Kläger beantragt, die Beklagte zu verurteilen, die streitgegenständliche Polstergarnitur aufgrund von farblichen Veränderungen mit einem einwandfreiem Stoff innerhalb der vereinbarten 5 Jahres Garantie neu zu beziehen. Es wurde Beweis erhoben durch Einholung eines Sachverständigengutachtens.

 

Nicht unter die Garantie fällt, ein Bezugsstoff der durch nicht fachgerechte Reinigungsversuche Verfärbungen aufweist.

 

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Inhalt: Knack- und Laufgeräusche

 

Führen Knack- und Laufgeräusche eines Polstermöbels zum Rücktritt des Kaufvertrages?

 

Streitgegenstand war in diesem Rechtsstreit eine Polstermöbelgarnitur mit einem mechanischen Auszugselement, welches diverse Knack- und Laufgeräusche verursacht hat. Laut Gutachten wurden zwar Geräusche festgestellt, aber ein erheblicher Fehler bzw. Mangel im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches wurde nicht bestätigt. Somit wurde dem Rücktritt vom Kaufvertrag nicht stattgegeben.

 

Info von moebelschlau:  Bei einem Mangel oder Fehler kommt es immer auf die Intensität und Erheblichkeit der Kaufsache an. Auch der vereinbarte Zustand bei Vertragsabschluß spielt eine wesendliche Rolle inwieweit er später eventuell abweicht. Aus der Praxis heraus kann man folgende Faustregel zu Grunde legen : Sind die Geräusche als störend zu bewerten und lassen sich technisch beheben, dann wird meistens ein Minderungsbetrag angesetzt. Mit dem Minderungsbetrag, könnte man dann eine externe Fachfirma mit der Reparatur beauftragen die Geräusche zu reduzieren.

 

Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich : Warum hat man die Lösung nicht vor dem Gerichtsstreit gefunden?

 

Manchmal ist das gegenseitige Vertrauen zwischen Kunden und Händler soweit gestört, dass es von der sachlichen Ebene in die emotionale Ebene fließt. Vielleicht war es vor dem Rechtsstreit so, dass der Händler die Nachbesserung angeboten hat und der Kunde im Gegenzug den direkten Rücktritt gewünscht hat!

 

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Inhalt: Juckreiz durch einen Naturstoffbezug

 

Ist das entstandene Jucken durch einen Naturstoffbezug ein Mangel im Rechtssinne?

 

Genauer gesagt geht es in diesem Fall um einen Wollfaserbezug, den Mohair, vom Haarkleid der Angoraziege, der in der Möbelwelt als hochwertig angesehen wird. Die Wolle ist ein bisschen härter und stärker als die Wolle vom Schaf. Eine entscheidende Frage in dem Prozess war : Verursacht ein Naturstoffbezug generell einen Juckreiz? Die Frage wurde mit nein beantwortet. Die Reklamation wurde als subjektives Empfinden eingestuft und abgelehnt.

 

Info von moebelschlau : Man geht allerdings davon aus und es wird vorausgesetzt, dass es allgemein bekannt ist, dass Kunstfasern verträglicher sind als Produkte aus Naturfasern. Auch von der allergischen Seite betrachtet sind Kunstfasern problemloser. Wer sich für Naturprodukte entscheidet sollte auch deren Eigenschaften berücksichtigen. Der Verkäufer bzw. der Händler muss nicht über die Risiken eines Naturproduktes aufklären, vorausgesetzt die Gesundheitsgefährdung wird nicht überschritten.

 

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Inhalt: Ledertypische Naturmerkmale

 

Wird ein Mangel anerkannt, obwohl er nach den Richtlinien ledertypisch ist?

 

Ein interessantes Urteil! Hier wurden eigentlich Flecken im Leder bemängelt, die sich nach dem Gutachten als Adern der Rinderhaut herausstellten und als ledertypische Naturmerkmale anzusehen sind. Das Gericht entschied sich aber für eine erhebliche Abweichung der Ist Beschaffenheit zur Soll Beschaffenheit des Sofas und für eine Unzumutbarkeit gegenüber dem Kunden.

 

Info von moebelschlau: Darf ein Naturmerkmal wie z.B. eine Ader, eine Narbe oder eine Warze an meiner Ledercouch verarbeitet werden?

 

Dies hängt von mehreren Faktoren ab.

 

1. Von welcher Preisklasse reden wir? Bis 2.500 Euro bildet die untere Preisklasse. Bis 5.000 Euro bildet die mittlere Preisklasse und über 5.000 Euro bildet die obere Preisklasse. Einfach ausgedrückt: Desto teurer das Ledersofa, desto weniger sichtbar darf das Naturmerkmal sein.

 

2. Wo befindet sich das Naturmerkmal? Im Sitz, im Rücken, auf dem Armteil oder im Korpus?

 

3. Um welches Leder handelt sich es? Nappaleder naturbelassen oder leicht pigmentiert, Wild Ware oder gedecktes Leder?

 

4. Ist das Naturmerkmal schwach, normal oder deutlich sichtbar?

 

All diese Fragen dienen einem Sachverständigen, ob das Naturmerkmal einen Mangel darstellt oder nicht!

 

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Inhalt: Optische Beeinträchtigung

 

Nach Erhalt und Ingebrauchnahme der bezogenen Polstermöbel beanstandete die Klägerin gegenüber dem Beklagten eine Verschmutzung mit dunklen Fusseln, obwohl ein besonderer Fleckenschutz zugesichert wurde, die sich durch den Staubsauger nicht entfernen ließen.

 

Info von moebelschlau : Selbst wenn man bei diesem Urteil, rein spekulativ von einer berechtigten Beanstandung ausgehen würde, dann können wir allenfalls von einer optischen Beeinträchtigung ausgehen. Fraglich wäre dann, ab wann eine optische Beeinträchtigung eine Verletzung der Kaufsache darstellt? Auch die Frage : Welche Elemente und welche Stellen der Polstergarnitur sind betroffen? - wäre von zentraler Bedeutung.

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Inhalt: Beschädigung einer Sitzgruppe

 

Der Kunde erwarb 3 Sessel und einen Hocker. Ein Sessel wurde durch eine herabfallende Zigarettenglut beschädigt und verursachte einen ca. 1,5 Zentimeter großen Brandfleck. Der Kunde verlangte, dass die kompletten 3 Sessel mit dem Hocker neu bezogen werden sollten. Auch aufgrund dessen, dass es den Stoffbezug nicht mehr gab, entschied sich das Gericht nur für einen Schadensersatzanspruch des beschädigten Sessels und nicht für die komplette Sitzgruppe.

 

Fazit: Wird nur ein Sessel einer Sitzgruppe (in unserem Fall 3 Sessel + 1 Hocker) beschädigt, kann auch nur dieser zur Schadensregulierung bewertet werden und nicht die gesamte Sitzgruppe. Auch dann nicht, wenn der alte Stoffbezug nicht mehr hergestellt wird.

 

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Inhalt: Verfärbungen durch Farbabrieb

 

In diesem Fall hat ein Kunde eine helle Polstergarnitur gekauft. Durch nicht farbechte Textilien haben sich auf der Garnitur Farbabrieb - Spuren ( Flecken ) gebildet. Diese stellen aber keinen Mangel im Rechtssinne oder einen Fehler der Polstergarnitur dar.

 

 

 

Info von moebelschlau: Helle Polstergarnituren sind natürlich ein „Hingucker“, sind aber natürlich bei nicht farbechten Textilien anfällig. Der Effekt wird im Sommer, durch das Schwitzen noch verstärkt. Der einzig wirkliche Schutz ist eine Abdeckung z.B. in Form einer Decke. Entscheidend bei der Bewertung von Flecken ist immer die Zurichtung. Wo befinden sich die Flecken ? Unter der Zurichtung, in der Zurichtung oder auf der Zurichtung ? Meistens kann diese Feststellung nur ein Prüfinstitut ermitteln.

 

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Inhalt: Zerstörungsprobe des Möbelstücks

 

Es soll Beweis erhoben werden über folgende Fragen:

 

Sind die an dem 2er Sofa und der Recamiere, Bezug Leder Longlife, bestehenden dunklen Flecken und Striche auf einen Materialfehler der Lederbezuges zurückzuführen?

 

Sind die an dem 2,5 er Funktionssofa, zeigenden blank gescheuerten Stellen im Bereich der Sitzfläche, die sich innerhalb von knapp 2 Monaten gezeigt haben, auf einen Materialfehler zurückzuführen oder sind sie allein durch mechanische Beanspruchung entstanden?

 

 

Info von moebelschlau : Eine Querschnittsanlyse bedeutet eine Zerstörungsprobe des Möbelstücks – Flecken „wachsen“ nicht sondern sind meistens ein Indiz äußerlicher Einwirkung. Dieses Urteil bzw. Gerichtsverfahren zeigt wie lange sich so ein Verfahren hinziehen kann. 

 

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Inhalt: Leder nicht straff genug gespannt?

 

In diesem Gerichtsstreit sollte Beweis erhoben werden, ob es zutrifft, dass die Polsterung der streitgegenständlichen Sitzgruppe nicht ordnungsgemäß ausgeführt ist.

 

Folgende fragen mussten beantwortet werden:

 

Ist das Leder nicht straff genug gespannt, so dass es nach einer Nutzung zu einer Faltenbildung kommt? Haben sich insbesondere Luftblasen zwischen Polster und Leder gebildet, ist es zu Einbeulungen und Dellen und Wellenbildung gekommen, die sich nicht zurückbilden?

 

Trifft es zu, dass die Armlehnen unterschiedlich ungleich sind, weil die Schaumpolsterung verschieden dick ist? Ist das Leder im Rückenbereich faltig statt glatt?

 

Sind die o.g. festgestellten Erscheinungen warentypisch? Entspricht die Ausführung der Sitzgruppe den anerkannten Regeln nach dem Stand der Technik?

 

 

Info von moebelschlau: Die Falten - bzw. die Wellenbildung ist einer der häufigsten Streitfälle im Bereich der Polstergarnituren. 

 

Inhalt: Rüschung und Stoßverletzung

 

Es soll durch Einholung eines schriftlichen Sachverständigengutachten über folgende Fragen Beweis erhoben werden:

 

Weist die streitgegenständliche Wohnlandschaft folgendes auf:

 

a) eine Wellenbildung am Sitzkissen des Longchair sowie auf dessen lehne?

b) schiefe Nähte?

c) einen Schiefstand des Sitzpolsters des Longchais sowie dessen Lehne?

d) ein Loch bzw. einen Riss an der linken vorderen Ecke des Longchairs?

 

Hinsichtlich der Polstergarnitur hat der Sachverständige bestätigt, dass weder die Wellen, noch die Nähte noch die Polsterbeschaffenheit einen Mangel darstellen. Lediglich hinsichtlich des minimalen Risses am Bezugsstoff hat der Sachverständige darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um einen Mangel handeln könnte, wenn dieser bereits bei Übergabe der Garnitur vorgelegen hätte.

 

Insoweit hat der Sachverständige aber selbst ausgeführt, dass es sich hierbei um ein Schadenbild handelt, welches typischerweise bei einem Anstoß mit einem Staubsauger festzustellen ist. Ob dieser Mangel bei Übergabe des Sofas vorlag, vermochte der Sachverständige nicht zu sagen.

 

Info von moebelschlau: Der Bezug dieser Polstergarnitur wird bewusst mit einer leichten Rüschung vernäht, was schon daran zu erkennen ist, dass die komplette Wohnlandschaft diese Rüschung aufweist. Kleine Abweichungen der Rüschung in Hinsicht auf Anzahl bzw. Häufigkeit von Wellen stellen keine berechtigte Beanstandung dar, da es sowohl bei handgefertigter als auch industriell gefertigter Ware nicht zu vermeiden ist, dass keine Unregelmäßigkeiten auftreten.

Inhalt: Aufklärungs- und Belehrungspflichen

 

Das Landgericht Ravensburg hat sich mit den technischen Aufklärungs- und Belehrungspflichten eines Möbelhändlers vor Abschluss des Kaufes befasst. Das Gericht ist der Meinung - auch aufgrund der Tatsache, dass sich der Kunde die Ware in der Ausstellung ansehen konnte – das eine technische Aufklärungs- und Belehrungspflicht in diesem Fall vom Verkäufer nicht verlangt werden konnte.

 

 

 

Info von moebelschlau: Im Möbelhandel gelten auch „Stumme Verkäufer“ als „Aufklärer“. Was sind den eigentlich „Stumme Verkäufer“ ? Das sind z.B. Broschüren, technische Hinweisheftchen oder Möbelpässe. Hier hat der Kunde vor dem Kauf die Möglichkeit, sich eingehend mit der Ware zu befassen. Vielleicht hätte das Gericht den Sachverhalt anders bewertet, wenn die Ware aus dem Katalog bestellt worden wäre, ohne das der Kunde sich die Ware vorher angesehen hat.

 

Zum vollständigen Urteil

 

Inhalt: Nutzungsbedingte Erscheinungen

 

Der Sachverständige kommt zu dem Ergebnis, dass beide Armlehnen des Sofas im vorderen, seitlichen und oben auf der Armlehne aufweisenden sichtbaren Dellen, keinen Mangel im Rechtssinne darstellen, sondern modeltypische, design-, material- und nutzungsbedingte Erscheinungen symbolisieren, die bei Sofas dieser Qualität und haushaltsüblicher Nutzung aufzufinden sind.

 

Info von moebelschlau: Aufgrund seines Faseraufbaus hat Leder an den jeweiligen Stellen auch verschiedenartige Dehnfähigkeiten. Für stark abverlangte Bereiche, wie zum Beispiel die Sitzflächen oder auch teilweise die Rückenbereiche einer Garnitur, wird immer das widerstandsfähigste Leder (Rücken der Lederhaut) verarbeitet. Die Flacken und Bauchbereiche, also die Seitenbereiche einer Lederhaut, werden für die nicht so strapazierten Flächen, wie die seitlichen Spannteile, der Armlehnen und des Rückens der Ledergarnitur verarbeitet.

 

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