Warum muss ich solange auf meine Möbel warten ?

 

Lieferzeiten - eine der häufigsten Beanstandungen im Möbelhandel.

 

Aber wie kommt es dazu ?

 

Diesen sehr sensiblen Abschnitt möchten wir Ihnen ein wenig näher bringen.

 

 

8-12 Wochen Lieferzeit sind keine Seltenheit. Als erstes kommt der Kunde in das Möbelhaus und sucht sich seine Ware aus. Die Küche, die Anbauwand oder das Schlafzimmer kann man sich individuell auf seine speziellen Verhältnisse und Wünsche zusammenstellen lassen. Bei der ungemeinen Typenvielfalt sind die verschiedensten Konstellationen möglich. Eine „L“ oder „U“ Küche mit Thekenaufsatz, ein Schlafzimmer mit einer Bettbrücke oder über Eck kann gewählt werden. Auch die Anbauwand kann in den facettenreichsten Gestaltungsmöglichkeiten wie z.B. verschiedene Regal- und Auszugselemente oder unterschiedliche Schiebeelemente bestellt werden.

 

Bei dieser umfangreichen Vielfalt der Wohnraumgestaltung kann kein Hersteller die Möbelelemente auf Vorrat herstellen und lagern. Das Möbelhaus bestellt die ausgesuchten Möbel erst dann wenn sie vom Verkäufer EDV – Technisch erfasst worden sind. Und hier kann schon die erste Störung entstehen, dass eine Verzögerung der Lieferung eintrifft und zwar die Rückfragen.

 

Rückfragen hinsichtlich des Herstellers, der den Auftrag vorliegen hat oder Rückfragen seitens des Verkäufers zum Kunden. Wurden diese Fragen beantwortet, schickt der Hersteller eine Auftragsbestätigung mit allen notwendigen Angaben der Bestellung. Erst jetzt erfolgt die eigentliche Bestellung und die Möbel können produziert werden. Sie werden aber erst dann produziert wenn die Produktionsstraßen frei sind. Das sind wirtschaftliche und auslastungstechnische Hintergründe.

 

 

Zuerst werden die Holzplatten verarbeitet und zugeschnitten, danach erfolgen die Aussparungen an den einzelnen Holzplatten die gebohrt und gefräst werden, so dass später die verschiedenen Beschläge verarbeitet werden können. Danach geht es noch durch eine „Lackierstraße“ um die Oberflächen zu behandeln. Anschließend wird das Ganze noch getrocknet.

 

Wenn das erfolgt ist, werden die Zulieferteile, das können  Rückwände, Profil- und Kranzleisten, Griffe, Möbelbänder, Scharniere, Verbindungsbeschläge, Schubladenführungen sowie verschiedene Abdeckkappen sein -die von einem oder mehreren Hersteller kommen können- der gefertigten Waren zugeordnet. Auch bei den Zulieferteilen können die ersten Lieferschwierigkeiten entstehen, die dem Endverbraucher nicht bewusst sind.

 

Ist der gesamte Vorgang abgeschlossen und die Ware steht bereit zur Anlieferung an das Möbelhaus, kann der logistische Abschnitt erfolgen. Dieser logistische Prozess kann genauso zeitlich aufwendig sein, wie die ganze produktionstechnische Abwicklung. Warum ? Das hängt von mehreren Faktoren ab. Der Hersteller fährt nicht mit einem einzelnen Möbelstück zum Möbelhaus.

 

Erst wenn es sich wirtschaftlich rentiert und der LKW ist ausgelastet, beginnt die Fahrt zu den entsprechenden Möbelhäusern. Angekommen beim Möbelhaus durchläuft die Ware einen weiteren logistischen Prozess. Die Ware muss kommissioniert, gescannt und eingebucht werden und anschließend kurzfristig eingelagert werden. Erst jetzt kann die bestellte Ware vom Kunden über die Versandabteilung für den Endkunden terminiert werden.

 

Warum muss ich solange auf meine Möbel warten ?

 

Wir hoffen wir konnten diese Frage verständlich beantworten.

 

 

Hinweis : Liefertermine werden häufig nicht oder nicht verbindlich vereinbart. Die Angabe, „Lieferung erfolgt ca. Kalenderwoche....“ stellt die Anlieferung der Kaufsache lediglich in Aussicht und besagt, dass kein Anspruch auf frühere Lieferung besteht. Hier sollte man den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Achtung schenken.

 

Tipp : Falls es doch mal zu Lieferverzögerungen kommen sollte, ist dass ein oder andere Möbelhaus bereit kostenlos Leihware zu stellen

 

Warum bekomme ich einen Tagestermin für meine Möbellieferung genannt und nicht einen genauen Termin z.B. 10 Uhr?

 

 

Die meisten Kundenwünsche die die Anlieferung ihrer Möbel am Tag in einem engen Zeitfenster fixieren möchten „Bitte kommen Sie von 8-9 Uhr oder kommen Sie ab 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr“ sind organisatorisch sehr schwer umsetzbar.

 

Die Möbelmonteure haben in der Regel täglich bis zu 10 Kommissionen zu terminieren bzw. zu liefern. Dichter Verkehr und eventuelle Baustellen in den Städten tragen einiges dazu bei, dass es für die Möbelmonteure schwer ist, die tägliche Arbeit pünktlich zu erledigen. Auch Montageware oder örtliche Begebenheiten des Kunden können zu Störungen und damit zu Verzögerungen führen. Einige Möbelhäuser bieten zumindest einen eingeschränkten Liefertermin an, zum Beispiel von 8 – 12 Uhr oder 12 – 17 Uhr.

 

 

Bei Küchenmontagen sind diese Lieferstörungen eigentlich weniger relevant, da es sich meistens um einen ganzen Montagetag handelt.  

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