Spezifische Polstermöbel - Reklamationen Teil1

Unförmiges Aussehen der Kopfstützen


Die Verarbeitung der Sitzvorderkanten ist nähtechnisch bedingt
Optisch unförmigen Aussehen der Kopfstützen

 

Bedingt durch die Inlettkissen, kann es optisch zu einem etwas unförmigen Aussehen der Kopfstützen führen. Durch das Aufklopfen und Ausrichten des Bezuges kann das Material wieder in den Urzustand zurückgeführt werden.

 

Die Bügel der Kopfstützen sind unterschiedlich, weil es zwei verschiedene Kopfstützen sind. Eine gehört zur Motionfunktion und die Andere ist eine Komfortkopfstütze die für die Elemente ohne Funktion vorgesehen ist.

 

Die unterschiedliche Verarbeitung der Sitzvorderkanten ist nähtechnisch bedingt, aber kein Grund zur Beanstandung. Der Versatz der Sitze entsteht durch die Motionfunktion. Wenn hier der Sitz raus und dann nicht zu 100 % wieder einfährt, bleibt ein Versatz.

 

Das ist der Fall, wenn ein Element mit Funktion neben einem ohne Funktion anliegt und die elektronische oder mechanische Funktion bedient wird, dann kann sich die legere Polsterung modellbedingt etwas verschieben. Auch hier kann durch ein Ausrichten der Versatz reduziert werden.

Beschädigungen die aufgrund von Körperschweiß und / oder Körperfetten entstehen.

Der Schaden durch Körperschweiß und Körperfetten ist nicht mehr zu beheben
Beschädigungen der Oberfläche des Leders durch Körperschweiß / Körperfetten

Eines der unangenehmsten Beanstandungen im Bereich der Polstermöbel sind Beschädigungen die aufgrund von Körperschweiß und / oder Körperfetten entstehen.

 

Bei der Einnahme von Medikamenten könnte die Absonderung von Schweiß und Fetten noch aggressiver sein. Ein erstes Indiz, dass es sich bei der Oberflächenbeschädigung um Schweiß- und Fettrückstände handelt, sind klebrige Stellen im Bereich der Schadstellen.

 

Lassen sich auch der Behandlung mit einem feuchten Tuch die klebrigen Stellen nicht entfernen, dann vertieft sich der Eindruck, dass die Oberflächenveränderungen nicht auf einen Materialfehler zurückzuführen sind, sondern durch äußerlichen Kontakt anderer Substanzen. Die hellen Stellen auf den Fotos zeigen Oxidationsschäden, die dem Leder die Wirkung der Gerbstoffe entzogen haben. Durch diese äußerliche Einwirkung verliert das Leder seine Struktur und kann der besonderen Beanspruchung nicht mehr standhalten und zerfällt nach und nach.

 

Ein weiteren Indiz, dass es sich um Schweiß- und Fettrückstände handelt, sind die sogenannten Lieblingsplätze, also die Sitzflächen die am meisten genutzt werden. Hier sind die Schadstellen oder das Ablösen der Lederoberfläche am häufigsten zu erkennen.

 


 

Sehr gut können die weißen Farbablagerungen (Siehe Foto rechts ), mittels eines LCD Digitalmikroskop (siehe Foto links) - ca. 100 – 140 facher Vergrößerung - eingefangen werden. Unter Zuhilfenahme des Digitalmikroskop weisen die Schadstellen, fettige bzw. cremige Ab- bzw. Auflagerungen auf, die für eine saure Verbindung, also beispielsweise Körpersalze/Schweiß verantwortlich sind.

 

Auf dem Foto rechts ist auch gut zu erkennen, dass sich die Rückstände / Ablagerungen ausschließlich auf den Kuppen, also den Hochflächen des Bezuges zeigen. Da Leder ein topografisches Bezugsmaterial ist, zeigt sich eindeutig, dass sie nicht aus dem Möbel oder dem Bezugsleder selbst kommen, sondern von außen oberflächlich aufgebracht wurden. Somit kann ein Materialfehler des Bezuges ausgeschlossen werden.

 

Unsere Empfehlung:

Mit dem Keralux Reinigungs Set ist es möglich die Schweiß- und fetthaltige Flecken auf dem Leder zu reduzieren evtl. sogar entfernen. Je offenporiger das Leder, umso schneller nimmt es Schweiß und andere Flüssigkeiten auf. 

 

Das Fettlösespray und der Intensivreiniger lösen wirksam die fetthaltige Substanzen und wird somit nachhaltig großflächig nachgereinigt.


Gebrauchsbedingte Sitzhärtenunterschiede

 

Wie kommt es zu dieser Erscheinung?

 

Jedes Polstermöbel macht im Laufe der Zeit eine Entwicklung durch, die man als "Einfedern" bzw. „Einsitzen“ bezeichnet.

 


Hier passt sich die gesamte Polsterung während des Gebrauchs dem jeweiligen Körpergewicht und der Körperform und in Abhängigkeit von der Nutzungsdauer entsprechend an. Dieser Vorgang ist am deutlichsten zu beobachten, wenn das Polstermöbel in den ersten Wochen und Monaten nur einseitig (sogenannter Lieblingsplatz) benutzt wird.

 
Bitte beachten Sie, dass es bei Funktionsmöbeln, bedingt durch notwendige, konstruktive Unterschiede und Polsteraufbauten zu Härtegradunterschieden kommen kann, welche nicht zu vermeiden sind. Auf diesen Umstand wird meistens schon in denVerkaufsunterlagen entsprechend hingewiesen.

Die Deutschen Gütegemeinschaft Möbel e.V schreibt hierzu folgendes:

 
Höhenverlust und Härteänderung des Polsteraufbaus durch ungleiche Benutzung ist nicht auszuschließen.

 

Stellt diese Erscheinung einen berechtigten Mangel dar?

Aufgrund dessen, dass es sich hierbei um einen ganz normalen warentypischen Prozess, den jede Polsterung im Zuge der Nutzung durchläuft, handelt, liegt hier kein berechtigter Mangel vor.

 

Welche Möglichkeiten gibt es dieser Erscheinung vorzubeugen?

Um eine gleichmäßige Sitzhärte der Polsterung zu erhalten, ist es wichtig die Sitzpositionen regelmäßig zu verändern. Das heißt, auch mal den Lieblingssitzplatz verlassen und einen anderen Platz auf der Garnitur für eine gewisse zeit einnehmen.

Flecken bzw. Verfärbungen auf dem Leder

 

Das Abfärben, zum Beispiel von Kleidungsstücken, Decken oder anderen gefärbten Materialien, an hellen Ledergarnituren kann vorkommen und hat in der Regel nichts mit der Qualität des Leders zu tun. Hier werden oft erst nach Monaten Flecken oder Verfärbungen reklamiert. Es kann passieren – das ist völlig normal und materialtypisch - das sich der Glanzgrad des Leders durch die Benutzung verändert und die Struktur des Leders flacher wird. Dies bedeutet aber keinesfalls eine mindere Qualität des Leders.

 

Bei unserem Beispiel handelt es sich um eine 2 – sitzige Ledergarnitur mit dem Bezug : Semianilingefärbtes vollnarbiges Leder, Farbe beige.

 

Aufgrund der Verfärbungen/Flecken/Veränderungen in der Lederoberfläche wurde die zweisitzige Ledergarnitur zu einer labortechnischen Prüfung in einem Lederinstitut transportiert. Hier wurde eine Querschnittsanalyse bzw. eine Zerstörungsprobe vorgenommen.

Folgende Auswertung des Lederinstitut:

 

Klärung der Ursache für die auf der Lederoberfläche sichtbaren grau-schwarzen Verfärbungen.

 

Migrationsverhalten nach DIN EN ISO 15701

 

Äußere Beschaffenheit des Zweisitzer-Sofas:

 

Das zur Prüfung Verfügung gestellte Zweisitzer – Sofa mit hellem, beigefarbenem Lederbezug weist im Bereich der Sitzfläche (Gebrauchsfläche) sichtbare grau-schwarze Verfärbungen der Lederzurichtung auf. Diese erscheinen regelmäßig (in Linien) angeordnet und erwecken den Eindruck eines Reifenabdruckes. Das Betrachten der Lederoberfläche mit bloßem Auge, aber auch mittels optischer Vergrößerung zeigt, dass lediglich die erhabenen Bereiche der Lederzurichtung farblich verändert sind, während die tiefer liegenden „Täler“ der Lederoberfläche keiner Anfärbung aufweisen.

 

Zur Klärung der Ursache für die reklamierten Verfärbungen wurde das Migrationsverhalten im Bereich der Verfärbungen in Anlehnung an DIN EN ISO 15701 geprüft. Die Prüfung erfolgte ohne Probenahme im umgebenden Klima über 3 Tage,. Zusätzlich wurde eine Probe im reklamierten Bereich entnommen, die Zurichtung in geeigneter Weise entfernt und die unter der Zurichtung liegende Lederoberfläche beurteilt. Es sollte festgestellt werden, ob eventuell auf der Lederoberfläche (vorhandene) gefärbte Substanzen zu den reklamierten Verfärbungen der Oberfläche des Lederbezuges geführt haben können.

Prüfergebnisse

 

Prüfparameter

Prüfergebnis

Bemerkungen

Prüfnorm

Prüfung des Migrationsverhalten, Umgebungstemperatur 3 Tage

 

 

In Anlehnung an DIN EN ISO 15701

Anfärben der PVC-Prüffolie in Graumaßstabsstufen

 

 

DIN EN 20105-A03

- verfärbter Bereiche

 

 

 

 

- einwandfreier Bereich

4

 

 

 

 

5

Spiegelbildliche Übertragung des Abdruckes auf die Folie

 

Keine Verfärbung

 

Beurteilung der Lederoberfläche nach Entfernung der Zurichtung in geeigneter Weise

Keine Hinweise auf vorhandene Farbstoffe erkennbar

 

LGR-IPV 10

 

Beurteilung des Prüfergebnisses:

Bei der Prüfung des Migrationsverhaltens kam es im Bereich der Verfärbungen zu einer spiegelbildlichen Übertragung der Verfärbung in die PVC – Prüffolie. Diese Übertragung war unter den Prüfbedingungen nicht quantitativ. In den nicht verfärbten Bereichen der Oberfläche zeigte die PVC – Prüffolie keinerlei Farbstoffübertragung.

 

Ebenso kann ausgeschlossen werden, dass sich auf der Lederoberfläche, unter der Lederzurichtung, Farbstoffe befunden haben, die zu den Verfärbungen der Lederoberfläche führten. Diese Ergebnisse sowie die Anordnung der Verfärbungen an lediglich einem Lederzuschnitt erkennbar und im Bereich der Gebrauchsfläche erkennbar zeigen, dass die Verfärbungen auf Diffusionserscheinungen, d.h. auf die Wanderung von Farbstoffen in die Zurichtung zurückzuführen sind.

 

Weiterhin ist davon auszugehen, dass die Verfärbungen nicht aus dem Leder selbst, sondern durch Kontakt von außen auf das Leder kamen. Die Verfärbungen sind somit nicht der Qualität des Leders anzulasten, sondern beruhen auf einer Farbstoffdiffusion aus anderen gefärbten Materialien.

 

Fazit: Es verhält sich so, dass nur die erhabenen Stellen des Leders betroffen sind und die Vertiefungen der Narbung unbeeinflusst sind, also nicht derartige Verfärbungen/Abdrücke aufweisen, sondern den unveränderten Originalfarbton des Leders zeigen.