Hilfe mein Polster gibt nach!

Oder: Wie bewertet man ein unverhältnismäßiges Nachgeben der einzelnen Sitze einer Polstergarnitur?

 

Im Laufe der Benutzung verändern sich die Sitzhärten, dass heißt in der einen Sitzfläche sinkt man etwas tiefer ein als in der anderen, und es kommt zu verschiedenen bzw. weicheren und festeren Sitzgefühlen. Was als weich oder fest wahrgenommen wird, ist vor allem erst einmal eine Frage des subjektiven Empfindens jedes Einzelnen.

  

Im Fachjargon ausgedrückt : Die Polstereigenschaften müssen bei sachgemäßen Gebrauch erhalten bleiben, d.h. die Eindrucktiefenänderungen nach der Schwellbelastung im Sitzbereich dürfen im belastbaren Zustand nicht größer als 20 Prozent sein.

 

 

 

 

Wie werden die Eindrucktiefenänderungen ermittelt?

 

Zuerst wird der härteste und weichste Sitz ermittelt. Auch die Federwirkung der Unterpolsterung  muss festgestellt bzw. berücksichtigt werden.

 

Mit einem sogenannten zertifizierten Polsterprüfgerät für Polstermöbel wird eine Belastungsprüfung zur Bestimmung der Einsinktiefe durchgeführt. In unserem Bildbeispiel wurde noch ein konventioneller Prüfstempel benutzt.

 

Haben Sie das Gefühl, der Volumenverlust Ihrer Garnitur ist zu groß, dann können wir Ihnen mit diesem Musterschreiben helfen!


Der Prüfstempel wird mittig auf jedes einzelne Sitzpolsterer gelegt, bis er seine endgültige Einsinktiefe erreicht hat.

 

Die Prüfbedingungen richten sich nach den Richtlinien der Deutschen Gütemöbelsicherung RAL-GZ-430/3 für Polstermöbel in Anlehnung an die Norm DIN-V-ENV 14443.

Kurz zur Erläuterung bzw. Definition der RAL-GZ-430/3 für Polstermöbel :

 

Es handelt sich hierbei um Güte- und Prüfbestimmungen für die Erteilung eines Gütezeichens für Polstermöbel mittlerer Art und Güte. In dieser Güte- und Prüfbestimmung wird der technische Standard derartiger Polstermöbel beschrieben und es werden Prüf- und Rahmenbedingungen festgelegt, unter denen diese Möbel auf Haltbarkeit und Qualität begutachtet werden.

 

Liegt die Abweichung zwischen dem härtesten und weichsten Sitz mehr als 20%, dann kann man nicht mehr - unter dem Aspekt der RAL-GZ-430/3 für Polstermöbel - von einem Toleranzbereich sprechen.

 

Um eine korrekte Beurteilung zu erhalten, muss man auch die unterschiedlichen Dicken der Sitzpolsterung und das Raumgewicht der Schaumpolster mit berücksichtigen. Ein weiteres Indiz einer zu hohen Einsinktiefe könnte sein, wenn der Körper bis auf den Federgrund durchsackt.

 

Letztendlich ist es aber so, dass eine 100%ige Feststellung des Raumgewichtes eines Schaumstoffes nur durch eine Querschnittsanalyse ermittelt werden kann, also wenn das Sofa zerschnitten, und ein entsprechendes Probestück aus den Sitzkernen entnommen wird.

 

Tipp : Um eine möglichst gleichbleibende Sitzhärte dauerhaft zu gewährleisten, empfehlen wir die Sitze nicht nur einseitig zu benutzen, sondern auch gelegentlich mal den Lieblingsplatz zu wechseln.

 

Denn die optische Ausgewogenheit, also ein einheitliches Erscheinungsbild, wird sich automatisch dann einstellen, wenn alle Sitze der Garnitur gleichmäßig belastet bzw. benutzt werden. Von daher stellt das „uneinheitliche Erscheinungsbild“ eine völlig normale Erscheinung des Möbels dar, was ungleichmäßig benutzt wird.

 

Der benutzte Sitz wird immer benutzter oder verschlissener als der unbenutzte Sitz aussehen. Es ist aufgrund des ungleichmäßigen Gebrauchs also immer ein „uneinheitliche Erscheinungsbild“ gegeben.

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