Kunstleder – und die „aufgebrochene“ Oberfläche!  

Bei Kunstleder wird zwischen geschlossenem und perforierten Oberflächen unterschieden.

 

Falsche Pflege, gar keine Pflege oder eine ungünstig hohe Temperatur kann die Oberfläche bei Kunstleder zum Aufbrechen  bewegen. Es entstehen nicht vermeidbare mikroskopisch feine, kleine Haarrisse in der oberen Kunststoffschicht des Bezugsmaterials.

 

Abgelöste Oberfläche
Abgelöste Oberfläche

Was ist eine Hydrolyse und wie kommt diese Erscheinung zu Stande?

 

Unterlässt man bei Kunstleder die dringlich empfohlene Unterhaltspflege mit einem geeigneten Kunstleder Pflegemittel oder reinigt die Polstergarnitur mit einem zu feucht nassen Lappen, passiert folgendes :

 

Die Feuchtigkeit zieht in die feinen Haarrisse ein und dringt bis in das Untergewebe, auf welchem die Kunststoffschicht aufkaschiert ist, vor. Diese quillt nun leicht auf und die Kunststoffschicht verliert an dieser Stelle die Haftung zum Trägergewebe. Durch minimale Reibung, welche bei der Benutzung der Polstergarnitur nicht zu vermeiden ist, löst sich nun an diesen Stellen die Kunststoffschicht ab und führt zu dem unschönen Erscheinungsbild.

 

Auch können fettige bzw. cremige Ab- bzw. Auflagerungen, wie beispielsweise Körperschweiß, die Beschichtung des Bezugsmaterials auf Dauer beschädigen.

 

Zur Schadensaufklärung können Proben durch das „Darbüberstreichen“ von den  betroffenen Stellen mit einem trockenen und einem parallel angefeuchteten Baumwolltuch genommen werden.

 

Es kann dann, mittels eines Säure Basen – Universalindikators getestet werden, ob sich Farbveränderungen durch eine chemische Reaktion in der Lösung ergeben.

 

Orange – gelbe Farbveränderungen weisen auf eine saure Verbindung hin, wie sie bei Körperschweißspuren oder Körpersalzen auftreten.

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Das akkreditierte Prüflabor

 

Im Kunstlederbereich ist es die häufigste und ärgerlichste Reklamation. Deshalb haben Hersteller, die Garnituren mit Kunstleder bezogen bzw. hergestellt haben, labortechnische Untersuchungen angeordnet. Diese Kunstledergarnituren wurden labortechnisch in unabhängigen und akkreditierten Prüflaboren hinsichtlich des benannten Schadensbildes, der sogenannten Hydrolyse genauer gesagt Delamination (das sich-Ablösen von Schichten), untersucht.

 

 

 

In fast allen Fällen wurde festgestellt, dass das Kunstleder zum Zeitpunkt der Auslieferung nicht mit einem Materialfehler behaftet war, d.h. der Hydrolyse-/Delaminationstest wurde bestanden, was an Hand der Rückstellmuster pro Charge und deren Testergebnisse nachgewiesen werden konnte. Auch konnte festgestellt werden, dass das Erscheinungsbild (Abbröseln der Nutzschicht) nur an den Stellen auftrat, wo nachweislich ungeeignete Pflege- oder Reinigungsmittel eingesetzt wurden bzw. aggressives Hautfett / Körperschweiß oder ähnliches in direkten Kontakt mit dem Bezugsmaterial kam.

 

Auch die Versprödung des Materials und das daraus resultierende „Abbröseln“ ist nicht auf eine sogenannte Weichmacherverflüchtigung zurückzuführen, sondern wird ausschließlich durch äußere Einwirkung, also z.B. durch ungeeignete Reinigungs- und/oder Pflegeprodukte hervorgerufen.

 

 

Viele sogenannte Pflege – und Reinigungssubstanzen, welche in Haushaltswarengeschäfte und Discounter angeboten werden, sind für Kunstlederbezüge völlig ungeeignet. Allein schon aufgrund des deutlich zu hohen PH – Wertes, der unweigerlich zu den angesprochenen Schadensbild führt.

 

 

Tipp : Wie kann man dies vermeiden? Indem man die Polstergarnitur der empfohlenen Unterhaltspflege des Herstellers regelmäßig unterzieht und beim Zwischenreinigen kein zu feuchtes Reinigungstuch verwendet.

 

Wer seine Garnitur „liebt“ und länger behalten möchte, der sollte diese Aufstellung direkt an der Heizung vermeiden! Aber auch eine ständige Einwirkung von Sonnenlicht kann die Lebensdauer beeinflussen.

 

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