Der Schwebetürenschrank

Stellungnahme 1

 

Auf die Beanstandung möchten wir unter der Berücksichtigung der Deutschen Möbelgütesicherung RAL-GZ-430 und der DIN 68890 (Technische Anforderungen und Prüf-/Messverfahren von Schwebetürenschränke) wie folgt Stellung nehmen:

 

Es ist richtig, dass eine gewisse Maßdifferenz an der Schiebetür vorhanden ist. Es darf auf einer Türenlänge von 200 cm eine Abweichung von 4 mm entstehen. Die Tür hat ein Längenmaß von 219.5 cm, dass heißt, der Toleranzwert beträgt 4,39 mm. Als unser Kundendiensttechniker am ..... vor Ort gewesen ist, wurde eine Abweichung von 3,8 mm festgestellt. Beim Ortstermin am 24.07.2018 wurde eine Abweichung von 3,2 mm festgestellt mit einer leicht erhöht gemessenen Luftfeuchtigkeit in Höhe von 59%. Die Abweichungen von 3,8 mm bzw. 3,2 mm sind nach den Richtlinien im Bereich der zulässigen Toleranz.

 

Nur bei intensiver und seitlicher Betrachtungsweise des Schwebetürenschrankes ist diese Maßdifferenz zu erkennen. Das Gesamtbild des Schwebetürenschrankes wird hierdurch nur unerheblich beeinträchtigt.

 

Zu Ihrer Information möchten wir darauf hinweisen, dass Holz ein Naturprodukt ist, Holz nimmt in feuchter Luft Wasser auf – es quillt, in trockener Luft gibt es Wasser ab - es schwindet. Das abwechselnde Quellen und Schwinden nennt man Arbeiten des Holzes. Nur nimmt das Holz die Feuchtigkeit schneller auf, als es diese wieder abgibt. Durch die besondere Art der Konstruktion kann das Möbelstück Schwankungen der Luftfeuchte und das damit verbundene Schwinden und Quellen mitmachen. Abweichungen über einen längeren Zeitraum der relativen Luftfeuchte von 45-55% können allein schon aus logischen Gründen zum Verzug bzw. zu stetigen Veränderungen des Holzes, und somit zu Maßdifferenzen führen.

 

Einen Rücktritt vom Kaufvertrag können wir aufgrund der Sachlage nicht zustimmen.

 

Da wir uns in der industriellen Serienfertigung befinden, unterliegen wir der RAL-GZ-430. Hierbei stehen sicherheitstechnische Anforderungen im Vordergrund. Somit ist uns auch kein Gerichtsurteil bekannt, dass aufgrund von Maßdifferenzen bei industriell- und seriengefertigten Möbel der Rücktritt vom Kaufvertrag zugestimmt wurde.

 

Stellungnahme 2

 

Die am 29.09.2018 aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht eingebaute Schiebetür entspricht den Richtlinien im Bereich der zulässigen Toleranz.

 

Wir haben Verständnis für die subjektive emotionale Bewertung Ihrer Mandantschaft, dass sie die Schleifgeräusche der Staubbürste als störend empfindet. Aber einen Mangel im Rechtssinne stellen die Schleifgeräusche nicht dar.

 

Ausschlaggebend für einen berechtigten Sachmangel ist die Intensität der funktionellen Beeinträchtigung der Ware, die in diesem Fall nicht erkennbar ist.

 

Auch fehlt es an einer erheblichen Einschränkung der Tauglichkeit des Schwebetürenschrankes durch die im normalen Gebrauch kaum wahrzunehmenden Schleifgeräusche der Staubbürste.

 

Bei der Schiebetür handelt es sich um einen beweglichen Laufapparat der in einer Laufschiene „fährt“. Alleine schon aufgrund seiner Funktion bzw. baulichen Begebenheit werden mechanisch und physikalisch durch diese Art der Bewegung gewisse Geräusche produziert. Die leichten Schleifgeräusche durch die Staubbürste sind konstruktionsbedingt und nicht zu vermeiden. Das Laufverhalten entspricht den Richtlinien der Deutschen Möbelgütesicherung. Das Schleifverhalten und die Geräuschentwicklung ist unerheblich und somit nicht zu beanstanden.

 

Es ist uns kein Gerichtsurteil bekannt, dass aufgrund von Schleifgeräuschen einer Staubbürste der Rücktritt vom Kaufvertrag zugestimmt wurde.

 

Stellungnahme 3

 

Ein Mangel respektive eine berechtigte Beanstandung können wir nicht erkennen. Wir möchten wie folgt unter der Berücksichtigung der Deutschen Möbelgütesicherung RAL-GZ-430 und der DIN 68890 (Technische Anforderungen und Prüf-/Messverfahren von Schwebetürenschränke) auf die einzelnen Beanstandungspunkte eingehen und Ihnen Dokumente vorlegen die das Gegenteil beweisen:

 

Beanstandung Punkt 1

 

Die Innentiefe der Kommode.

 

Wir möchten darauf hinweisen, dass die Kommode keiner Maßanfertigung entspricht, sondern es sich um eine seriengefertigte Industrieware handelt. Laut Sachverständigenrates beim BVDM (Bundesverband des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandel e.V.) sind industrielle Fertigungstoleranzen handelsüblich und nicht zu vermeiden. Somit können Längen, Höhen - und Breitenmaße immer variieren. Besonders möchten wir betonen, dass eine Innentiefe von 40 cm vertraglich nicht geschuldet wird.

 

Beanstandung Punkt 2

 

Die Dämpfer fehlen.

 

Die Dämpfer wurden nachträglich am 18.09.2018 montiert.

 

Beanstandung Punkt 3

 

Es war kein Schwebetürenschrank gewollt. Bei geschlossenen Schranktüren verbleibt eine Lücke.

 

Nach Rücksprache mit unserer Verkaufsberaterin Frau Schirmer sowie nach Durchsicht der Vertragsunterlagen, wurde ein Schwebetürenschrank vertraglich geschuldet. Auch bei dem Modell in der Ausstellung handelt es sich um einen Schwebetürenschrank.

 

Bei der „Lücke“ handelt es sich nicht um einen Mangel, sondern diese ist konstruktiv bedingt. Ansonsten würde die technische Begebenheit des Schwebetürenschrankes nicht funktionieren. Beim Schwebetürenschrank sind die Türen am Kopf meist rückseitig mit Rollen versehen, die auf einer Schiene versetzt laufen. Die Bezeichnung als Schwebetürenschrank ergibt sich aus der optischen Wirkung der Türen, die aufgrund dessen, dass sie am unteren Ende ohne echte Führungsschiene laufen, von vorne betrachtet aussehen, als ob sie schweben würden.

 

Beanstandung Punkt 4

 

Auf der rechten Seite sollte ein Spiegel montiert werden.

 

Es ist richtig, dass es ein ausdrücklicher Wunsch Ihrer Mandantschaft war den Spiegel auf der rechten Seite zu montieren. Wie Sie der Anlage 3 entnehmen wurde der Spiegel auf der rechten Seite montiert.

 

Aufgrund der Sach- und Rechtslage können wir keine berechtigte Beanstandung erkennen.

 

 

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