Holzmöbel selber streichen

Es gibt unzählige Gründe, warum man Holzmöbel selber streichen sollte: die originale Farbe der Kommode löst sich ab, der Tisch ist mit Kratzern übersät oder die alten Küchenschränke benötigen einen frischen Anstrich.

 

In den meisten Fällen lassen sich die Probleme mit etwas neuem Lack sogar so weit ausbessern, dass das Möbelstück wieder wie neu aussieht. Was du hierzu alles beachten musst, damit die Farbe möglichst gut deckt und lange hält, zeigen wir dir Schritt für Schritt in dem nachfolgenden Artikel.

 

Das wird benötigt

  • Pinsel
  • Farbrolle
  • Grundierung
  • Farblack
  • Klarlack
  • Schraubenzieher / Akkuschrauber
  • Alte Kleidung
  • Schleifpapier / Schleifmaschine

 

So lange dauert die Arbeit

 

Wie lange das Streichen dauert ist abhängig vom Möbelstück, seiner Größe, den Aufwand beim Auseinanderbau und der benötigen Anzahl an Farbschichten. Für eine einfache Kommode kann man mit einer Arbeitszeit von etwa 6 bis 12 Stunden rechnen. Hinzu kommt noch die Zeit, in der die Farbe trocknet.

 

Vorbereitung ist sehr wichtig

 

Bei der Vorbereitung des Möbelstücks für die Lackierung entscheidet sich, wie gut die Farbe später haften wird, wie gut sie deckt und wie überzeugend das Gesamtergebnis sein wird. Dementsprechend solltest du dir die nächsten Abschnitte gut durchlesen und auch umsetzen, selbst wenn das Ganze etwas länger dauert.

 

Bau das Möbelstück so weit wie möglich auseinander

 

Obwohl es im ersten Augenblick nach sehr viel Arbeit aussieht und es im zweiten Augenblick auch ist, solltest du Schränke etc. so weit wie möglich auseinander bauen. Auf diese Weise gehst du sicher, dass du auch die kleinsten Ecken sowie verdeckte Stellen auf jeden Fall mit der Farbe erreichst. Das Endergebnis wird so auf jeden Fall um Welten besser erscheinen.

 

Kauf eine hochwertige Farbe

 

Ein weiterer sehr wichtiger Schritt ist der Kauf der Farbe. Dabei solltest du nicht unbedingt die günstigste Farbe verwenden, sondern eine, die besonders effektiv deckt. Dabei solltest du nicht unbedingt die teuerste Farbe kaufen, sondern eine möglichst hochwertige. Allerdings ist der Preis oftmals ein Indikator für die Qualität.

 

Wenn man nicht zu viel Geld ausgeben möchte, kann man auch Käuferbewertungen im Netz ansehen. Hierdurch erhält man authentische Erfahrungen und kann die Qualität von Farbe besser bewerten. Hinzu kommt, dass man mit einem schlecht deckenden Lack mehrmals streichen muss, sodass man im Endeffekt einen ähnlichen Preis wie bei der Verwendung von teurer Farbe zahlt.

 

Verwende das korrekte Werkzeug

 

Die Verwendung des richtigen Werkzeugs beim Streichen kann eine Menge Zeit sparen und auch das Ergebnis maßgeblich beeinflussen. Für große Flächen sollte man stets eine große Farbrolle verwenden und den Lack in einer gleichmäßigen Schicht aufbringen. Die Ränder sollten stets mit einem Pinsel gestrichen werden, um saubere Übergänge zu schaffen. Zudem sollten man ein hochwertiges, fusselfreies Streichwerkzeug verwenden.

 

Klebe nicht zu streichende Stellen ab

 

Nicht alle Stellen an Möbeln dürfen gestrichen werden. Damit die Farbe nicht an ungewünschte Ecken des Möbelstücks gelangt, sollten diese mit etwas Malerkrepp abgeklebt werden.

 

Schleife alte Farbe unbedingt ab

 

Damit die neue Farbe ordentlich hält, muss man die alte Farbe zunächst mit einem recht feinen Schleifpapier (ca. 100er- bis 200er-Körnung) abschleifen. Hierdurch wird die Oberfläche zusätzlich angeraut, wodurch der neue Lack um ein Vielfaches besser haften kann. Nach dem Abschleifen muss die Oberfläche unbedingt gereinigt und entfettet werden, um den entstandenen Staub zu entfernen.

 

Muss eine Grundierung aufgetragen werden?

 

Wenn eine ohnehin sehr gut deckende Farbe aufgetragen wird und der Untergrund einen ähnlichen Ton besitzt wie die Farbe, dann wird eine Grundierung nicht unbedingt benötigt. Wenn man allerdings beispielsweise dunkle Untergründe weiß streichen möchte, dann sollte man unbedingt eine farblich passende Grundierung verwenden. Auch wenn man sichergehen möchte, dass die Farbe perfekt deckt und lange hält, ist eine Grundierung empfehlenswert.

 

Die Farbe korrekt auftragen

 

In den folgenden Abschnitten wird gezeigt, wie der Lack aufgetragen werden sollte, damit das Ergebnis möglichst zufriedenstellend wird. Bevor mit dem Farbauftrag begonnen wird, sollten alle Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen worden sein.

 

Auftrag des Farblacks

 

Der Farblack mit in mindestens zwei dünnen, gleichmäßigen Schichten aufgetragen bis er das Möbelstück vollkommen bedeckt. Zwischen den Schichten sollte der Lack trocknen. Der Farbauftrag erfolgt von Innen nach außen entlang der Maserung, falls diese erkennbar ist.

 

Für große Flächen wird empfohlen, eine Farbrolle zu verwenden. Damit sollte allerdings nur bis kurz vor die Kanten gestrichen werden. Kleine Ecken und die Kanten werden mit einem Pinsel gestrichen. Auf diese Weise erscheinen die Übergänge später wesentlich sauberer.

 

Eine Versiegelung macht oftmals Sinn

 

Nachdem die letzte Schicht der Farbe getrocknet ist, macht es in der Regel Sinn, wenn man einen Klarlack als Versieglung aufträgt. Dieser schützt den neuen Lack vor Kratzern sowie Stößen und erhöht somit dessen Lebensdauer. Bei Möbelstücken die häufig als Ablage verwendet werden ist das Versiegeln ohnehin zu empfehlen.

 

Darum blättert die neue Farbe wieder ab

 

Wenn die frisch aufgetragene Farbe wieder abblättert, dann hat das oftmals den Hintergrund, dass die Oberfläche zu glatt ist. In dem Fall solltest du noch einmal überprüfen, ob du das Möbelstück überall angeraut hast. In seltenen Fällen kann auch das von dir verwendete Schleifpapier zu fein gewesen sein.

 

Fazit – Holzmöbel selber streichen

 

Das Streichen von Holzmöbeln macht gar nicht so viel Arbeit, wie man zunächst denkt. Sowohl die Vorbereitung mit den Auseinanderbauen, Abkleben und Schleifen als auch die Nachbereitung mit dem Zusammenbau nehmen wohl am meisten Zeit in Anspruch. Nichtdestotrotz kann ein neuer Anstrich der Holzmöbel oftmals Sinn machen und sie im besten Fall sogar wie neu aussehen lassen.