Reklamationsmanagement Polstermöbel Teil 2

Reklamationen: Fragen & Antworten zum Thema Polstermöbel Teil 2

Was ist eine Vintage – Optik ?

Warentypisches Erscheinungsbild in Optik und Haptik
Die Vintage Optik

Die sogenannte Vintage – Optik erhält durch ein spezielles Färbe- und Ausrüstungsverfahren ein authentisches Erscheinungsbild. Materialbedingt tritt eine leichte Streifenwirkung auf.

 

Jeder Meter Stoff ist einzigartig und kann Abweichungen in Farbe, Schattierung und Struktur aufweisen. Wie bei einer „Stone-washed“ Jeans verändern sich auch hier die Optik und Haptik im Gebrauch.

 

 

Nach welchen DIN oder RAL Normen sind Polstergarnituren zu beurteilen?

Bei Polstergarnituren werden DIN und RAL Normen angewendet
Die Güte- und Prüfbestimmungen: RAL GZ 430

Sofern die Polstergarnitur von einem Hersteller gefertigt wird der Mitglied der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) ist, so wird als Richtlinie zur Beurteilung von Polstergarnituren die RAL GZ 430/4 herangezogen. Bei der RAL GZ 430/4 handelt es sich um die Güte- und Prüfbestimmungen für Polstermöbel, sie legt die Anforderungen und den Beurteilungsmaßstab fest.

 

 

Alle verwendeten Materialien müssen in Art und Güte der RAL GZ 430/4 entsprechen. Die RAL GZ 430/4 gründet auf den deutschen DIN-Normen (Zum Beispiel der DIN 68 871 – Möbelbezeichnungen oder der DIN 68 888 – Möbel für den Wohnbereich – Bestimmung der Dauerhaltbarkeit der Sitzpolsterung am Möbel) und ebenso auf den europäischen EN Normen ( Zum Beispiel die DIN EN 13 336 – Richtwerte für Möbelleder).

 

In der Kategorie der Wellen- und Faltenbildung, einer der meist beanstandeten Reklamationen im Bereich der Polstermöbel, wird der Wellen- und Faltenwurf sich mit der Zeit erhöhen, weil sich der Bezugsstoff oder das Leder beim Sitzen weiter ausdehnen.

 

Nach den Regeln und Richtlinien des Sachverständigenrates für Möbel und Polstermöbel, sowie der RAL GZ 430 und aller nationalen und internationalen Normen, besteht ein Mangel, respektive eine berechtigte Reklamation dann, wenn die Höhe der einzelnen Welle bei einer Sitz- oder Rückenbreite von 70 cm die Höhe von 2 cm überschreitet. In die Ermittlung des Grenzwertes (20 mm bezogen auf eine Sitzbreite von 700 mm) flossen eine Vielzahl unterschiedlicher Normen, Regeln und Richtlinien ein.

 

So ergab sich dieser Grenzwert durch die Betrachtung und Bewertung diverser Möbelstoffnormen ( Zum Beispiel DIN EN ISO 12947-2, DIN EN ISO 12945-2, und die DIN V 61010), in Verbindung mit allgemeinen Beschaffenheitskriterien verschiedener Polstermöbel nach DIN EN 68 871 und beispielsweise auch den Kriterien für Schaumpolsterungen (Zum Beispiel der DIN 53 572 oder der DIN EN ISO 3385).

 

Viele der überdies vorhanden Normen und Regelwerke beziehen sich auf einzelne Komponenten der Polstermöbel oder auf normierte Prüfverfahren zu einzelnen Produktmerkmalen, damit Prüflabore und Hersteller nach den gleichen Verfahren bei der Prüfung von Polstermöbeln vorgehen können und die Ergebnisse vergleichbar sind. Es wird mit den in diesen Normen angeführten Prüfungen ausschließlich ein Staus Quo ermittelt. Ein Maßstab, der zur Bewertung angelegt werden kann, fehlt meist. Die RAL GZ 430/4 legt hier dann häufig die Anforderungen und den Beurteilungsmaßstab fest.

Merkmale des Leders! Wie können sich diese Besonderheiten darstellen?

Ledermerkmale sind ein Echtheitsbeweis
Naturmerkmale im Leder

Merkmale des Leders können sich unterschiedlich darstellen, z.B. in Form von Narben, durch Heckenbisse hervorgerufen oder Hornstöße sowie Kampfspuren von Weidevieh.

 

Auch Adern, Mast- und Halsfalten, Insektenstiche etc. sind unverwechselbare Merkmale, ebenso wie Striegelstriche, die sich als Zeichen an der Tierhaut in der Hautoberfläche verewiglichen. Unterschiedliche Hautdichte führt z.B. zu leicht unterschiedlicher Farbaufnahme und damit zwangsläufig zu gewissen Farbschwankungen innerhalb einer Haut.

 

Auch die unterschiedlichen Belastungen der Haut im Leben des Tieres führt zu Erscheinungen an der Oberfläche des Leders. Der Rücken des Tieres ist im allgemeinen fester als das Leder das aus den Bauchregionen stammt, dieses ist weicher und auch stärker strukturiert. Diese Ledermerkmale sind ein Echtheitsbeweis und kein Fehler der Ware, solange die Strapazierfähigkeit erhalten bleibt und keine Schäden (z.B. Löcher)in der verarbeiteten Lederflächen vorkommen.